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Fachtagung „Nachhaltigkeit und Innovationen von Sportstätten und –räumen“

Datum 24. November 2017

Interessierte und Experten trafen sich zu einer Sportstätten-Fachtagung am 09. und 10. November während der FSB-- Messe in Köln.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Robin Kähler organisierte die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft - Kommission Sport und Raum (DVS) mit der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen e. V. – Sektion Deutschland (IAKS) und dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) ein zweitägiges Fachseminar zum Thema „Nachhaltigkeit und Innovationen von Sportstätten und –räumen“. Dabei nutzten die Organisatoren die 25. Internationale Fachmesse für Freiraum, Sport- und Bäderanlagen (FSB) in Köln (vom 07. bis 10. November) als Rahmen.

Überzeugen konnte die Besucherinnen und Besucher der Tagung vor allem die Themenvielfalt der gebotenen Referate. So wurden am ersten Tag der Veranstaltung Grundlagen für eine Bewertung von Nachhaltigkeit und Innovation vermittelt. Den „Aufschlag“ machte Prof. Dr. Natalie Eßig, mit dem ersten Hauptreferat „Zukunftsfähige Sporträume – hilft uns hier die Nachhaltigkeit weiter?“. Danach bot Simone Magdolen in ihrem Referat „Nachhaltigkeitsbewertung von Sporthallen – Methodik und Fallbeispiel“ einen zusätzlichen Einstieg in die Problematik. Prof. Dr. Natalie Eßig und Simone Magdolen sind beide an der Hochschule München, Fakultät Architektur, tätig. Prof. André Schneider und Prof. Dr. Jörg Mehlis, beide von der Hochschule Mittweida, befassten sich mit den „Nachhaltigen Sportstätten als Werteangebot für unsere Gesellschaft“ bzw. mit der „Klassifizierung und den Bewirtschaftungskosten nachhaltiger Sportimmobilien“. Jutta Katthage, Hochschule Osnabrück, stellte ein „Bewertungssystem für nachhaltige Sportfreianlagen“ vor, das an der Hochschule Osnabrück unter der Leitung von Prof. Thieme Hack im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelt wurde. Im letzten Vortrag des ersten Tages trug Prof. Dr. Johannes Verch von der Hochschule Berlin im zweiten Hauptreferat zur „Nachhaltigkeit von Sporträumen aus humanökologischer Perspektive“ vor. Eine tagungsbezogene Führung durch die FSB Messe rundete den ersten Veranstaltungstag ab. Wer weiter diskutieren und netzwerken wollte, traf sich noch mit den Referenten und Organisatoren zu einem „Kölsche Ovend“ am Dom.

So gestärkt konnten sich die Gäste am Vormittag des zweiten Seminartages für einen von zwei parallel laufenden Arbeitskreisen entscheiden. In beiden Arbeitskreisen wurden detaillierte Einblicke in die Praxis des nachhaltigen Sportstättenbaus und –betriebs geboten. Der Arbeitskreis 1 begann mit einem Vortrag von Helmut Diener, Universität Würzburg, zu einem „innovativen und zukunftsorientierten Sportstättenbau für Universität, Schule und Verein anhand zweier prämierter Sportbauprojekten in Würzburg“. Frederik Bükers und Dr. Jonas Wibowo, Universität Hamburg, hielten danach gemeinsam einen Vortrag zu „barrierefrei und nachhaltig gestalteten Lernorten Sporthalle – Eine Halle für alle“. Dr. Alexander Priebe, Universität Marburg, beschloss den Arbeitskreis 1 mit seinem Referat über die „Entwicklung historischer Schwimmbäder aus der Perspektive der Nachhaltigkeit“. Im Arbeitskreis 2 informierten Don Lauritzen vom dänischen Architekturbüro Re-Match A/S über das „Recycling von Kunstrasen nach dem Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft“ und Sophia Ehbrecht von der Firma EKO-PLANT GmbH über die „ökologische und ökonomische Effizienz von Freibädern mit biologischer Wasseraufbereitung“. 

Sebastian Prenger, BISp, stellte das vom BISp und der Innovationsmanufaktur ins Leben gerufene „Innovationsnetzwerk WISS – Wir im Spitzensport“ vor.

Sebastian Prenger informiert über das „Innovationsnetzwerk WISS – wir  Innovation im Spitzensport“ Sebastian Prenger informiert über das „Innovationsnetzwerk WISS – wir  Innovation im Spitzensport“Sebastian Prenger informiert über das „Innovationsnetzwerk WISS – wir Innovation im Spitzensport“ Quelle BISp

Dr. Wolfgang Lang von der Firma Venuzle GmbH zeigte auf, dass „Innovation und Nachhaltigkeit auch bei der Verwaltung von Sportanlagen“ notwendig sind. Im Anschluss kamen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder zusammen, um gemeinsam die Schlussreferate zu Planung und Entwicklung zu verfolgen. Prof. Dr. Stephan Pauleit, TU München, hielt das dritte Hauptreferat mit dem Titel „Nachhaltigkeit braucht innovative Planung: Grüne Infrastruktur für Gesundheit und sportliche Aktivitäten“. Was es mit der „Nachhaltigen Sportstättenentwicklungsplanung durch integrative und innovative Sportstättenarchitekturplanung“ auf sich hat, darüber informierte Tobias Eisenbraun, SpOrt concept Stuttgart. Das Thema Sportentwicklungsplanung griffen auch Oliver Wulf und Prof. Dr. Horst Hübner, Bergische Universität Wuppertal, auf. Sie stellten die Frage „wie passt „mehr Kunstrasen“ in eine nachhaltige kommunale Sportentwicklungsplanung?“. Im letzten Referat der Tagung stellte Dr. Christian Kuhn, Deutsche Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft mbH & Co KG seine These „Bäderplanung: Wirklich nachhaltig ist die Fokussierung auf die Badegäste und die betrieblichen Belange“, vor.

Die Tagung bot neben spannenden Vorträgen auch zahlreiche Möglichkeiten, um Netzwerke auf- und auszubauen und eingehend mit den Referenten zu diskutieren. Das Thema Nachhaltigkeit von Sportstätten wird auch in Zukunft auf der Tagesordnung stehen. Das Fachgebiet Sportanlagen im BISp nutzte die Fachtagung und auch die FSB-Messe zum Transfer seiner Forschungserkenntnisse in die Praxis und zum interdisziplinären Austausch mit Expertinnen und Experten auf höchstem Niveau. Weitere gemeinsame Veranstaltungen mit den oben genannten und weiteren Partnern für eine Fortsetzung des Engagements für den Sportstättenbau sind in Planung.