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5th International Congress “Sport, Doping and Society” in Madrid (Spanien)

Datum 22. Februar 2017

Vom 15.02.-17.02.2017 fand in Madrid (Spanien) die fünfte Ausgabe des Kongresses „Sport, Doping and Society” statt.

Organisiert wurde die Konferenz von der spanischen „Agency for Health Protection in Sport (AEPSAD)“ und der Technischen Universität Madrid (UPM). Unter dem übergeordneten Kongressthema „Think Clean“ wurden aktuelle Entwicklungen im Anti-Doping-Bereich, wissenschaftliche Beiträge und detaillierte Einblicke von Anti-Doping-Experten präsentiert.

Vertreter der spanischen Regierung, der Technischen Universität Madrid sowie der Fakultät für Sportwissenschaft begrüßten die anwesenden internationalen Gäste. Anschließend erfolgte einer der Hauptvorträge gehalten vom ehemaligen Generaldirektor der World Anti-Doping Agency (WADA), David Howman. Er stellte zu Beginn seines Vortags die Einzigartigkeit des durch die WADA geschaffenen Regelwerks, den World Anti-Doping Code (WADC), heraus. Dieser verpflichtet die einzelnen Mitgliedsstaaten zur Umsetzung der verbindlichen Anti-Doping Regeln. Folgend wurde von Herrn Howman detailliert die Vorgeschichte sowie die aktuellen Entwicklungen rund um die Erkenntnisse zum staatlich gelenkten Doping in Russland nachgezeichnet. Als eine der größten künftigen globalen Herausforderungen sieht er die zunehmende organisierte Kriminalität im kommerzialisierten Sportbereich und gesellschaftliche Entwicklungen, wie den Konsum von teils verbotenen und gesundheitsgefährdenden  Substanzen in sportfremden Kontexten.

Prof. Susan Backhouse von der Leeds Becket University (United Kingdom) und Prof. Rob Donovan von der University of Western Australia (Australia) referierten über die Hintergründe, warum Athletinnen und Athleten zum Dopinggebrauch tendieren. Sie präsentierten dabei ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und theoretischen Modelle. Prof. Donovan ging in seinem Vortrag unter anderem auch darauf ein, wie die Anreizsysteme des Spitzensports die zunächst im Athleten vorhandene intrinsische Motivation in eine eher durch monetäre Anreize induzierte extrinsische Motivation modulieren kann. Prof. Backhouse stellte in ihrem Vortrag besonderes heraus, dass künftig vielmehr der Frage nachgegangen werden sollte, welches Verhalten beim Sportler provoziert werden soll. Sie sieht hier insbesondere einen Konflikt, dem sich die Athletin, der Athlet gegenüber sieht: Einerseits gilt es die Moral hinsichtlich der Verweigerung von Doping und Betrug zu festigen, andererseits fühlen sich Athletin und Athlet aber ebenso der Loyalität hinsichtlich ihrer Bezugspersonen (z.B. Trainerin, Trainer) verpflichtet. Diese beiden Moralsysteme können dabei in Konflikt geraten und für die Athletin, den Athleten nur schwer auflösbar sein.

Sehr spannende Einblicke und Informationen aus erster Hand wurden von ARD-Journalist Hajo Seppelt vorgestellt. Er zeichnete seine Recherchen nach, die letztendlich in einem erheblichen Maße zur Aufdeckung der Dopingpraktiken in Russland beigetragen haben. Ebenso eindrücklich schilderte er die persönlichen Konsequenzen der Familie Stepanow, die durch ihren Beitrag als Whistleblower zur Aufdeckung des staatlich gelenkten Dopings beigetragen haben.

Für das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) war Dr. Marc Wonneberger vertreten. Herr Wonneberger referierte in seinem Vortrag über die Chancen und Möglichkeiten eines „Open Innovation“-Ansatzes unter Nutzung neuer digitaler Tools zur Einbindung von Athletinnen und Athleten in die Dopingpräventionsarbeit.

Weitere Vorträge aus den Bereichen Sportrecht, Beiträge von verschiedenen nationalen Anti-Doping Agenturen, darunter auch die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) sowie Untersuchungen im Freizeitsportbereich rundeten das Programm ab.